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    Einzelfallbetreuung – Arbeit mit radikalisierten Jugendlichen und Erwachsenen


    Das Ziel des mobilen Beratungs- und Interventionsteams der Beratungsstelle Berlin ist die Radikalisierungsvermeidung bzw. Deradikalisierung von gefährdeten Jugendlichen und Erwachsenen. Aufgabe ist eine lebensweltorientierte Betreuung und Beratung von gefährdeten (jungen) Menschen im Umfeld des religiös begründeten Extremismus und die damit einhergehende Initiierung von Distanzierungs- bzw. Ausstiegsprozessen aus einer sich andeutenden bzw. bereits stattgefundenen Radikalisierung. Die Schwerpunkte der Arbeit der Beratungsstelle liegen im Herstellen der Erreichbarkeit der gefährdeten Personen, der Ansprache dieser Personen, dem Aufbau einer Arbeitsbeziehung und in der konkreten Deradikalisierungsarbeit. Diese Arbeit umfasst:

    • Überprüfung der Gefährdungssituation (Eigen- und Fremdgefährdung)
    • Einstieg über die aktuelle Konflikt- bzw. Krisensituation
    • Das Fördern eigener Erkenntnisprozesse zum bisherigen Lebenslauf, biographisches Verstehen der Gewalt-, Militanz- und Extremismuskarriere
    • Beratung und Begleitung des sozialen Umfelds (Familie, Angehörige, Bezugspersonen)
    • Stärkung und (Re-)Aktivierung von Kompetenzen und Ressourcen sowie Verantwortungsübernahme für eine eigenständige Lebensführung (Zukunftsplanung)
    • Unterstützung und Beratung in schwierigen Lebenssituationen

    Aufbrechen von sich schließenden Weltbildern

    Die Bildungsinhalte ergeben sich aus den Situationen und Kontroversen. Sie orientieren sich an den Themen der jungen Menschen und ziehen sich quer durch die Themenkomplexe und Bausteine. Die Klient*innen sollen die Erfahrung eines konfrontationsreichen aber gewaltfreien Diskurses erleben. Auf diese Weise wächst ein Gefühl für Toleranz. Die Beibehaltung von unterschiedlichen Auffassungen, aber auch das aufmerksame Registrieren anderer Sichtweisen und neuer Informationen, ist eine Erfahrung, die für ein gewaltfreies und vorurteilsfreies Leben von großer Bedeutung ist. Die Diskussion mit den Berater*innen soll zur Verunsicherung bei vermeintlich unveränderbaren Positionen führen.

    Einbinden externer Personen durch die Beratungsstelle

    Lernprozesse sind langwierig und müssen sich im Alltag bewähren. Daher wird im Rahmen der Beratung auch versucht, über die eigentliche Radikalisierung hinausgehende, aber für die Konfliktsituation relevante, Problemlagen über verfügbare Hilfesysteme zu lösen. Eingebunden sind darin auch die örtliche Jugendhilfe und Angehörigen-Systeme sowie die Community. D. h. es werden in Abstimmung mit den beratungsnehmenden Personen angesprochen, die für ihren weiteren Werdegang eine wichtige Rolle im Sinne des Aufbaus eines „positiven sozialen Umfeldes“ spielen.

    Erfolgreiche Re-Integration in ein förderliches soziales Umfeld

    Dies beinhaltet u. a.:

    • Erfassen von Spannungen und Konflikten im sozialen Bezugssystem – Erarbeiten von möglichen Lösungen
    • Stetige Dialoge, die das Hinterfragen fördern und Neugierde auf neue Sichtweisen wecken sowie andere Sichtweisen über den Islam ermöglichen
    • Vorbereitung auf Gefährdungssituationen
    • Stärkung der positiven Veränderungsschritte und kritische Bearbeitung von Rückfällen in alte Verhaltensmuster
    • Befähigung der zu Betreuenden zur selbständigen Lebensführung in stabilen Bezügen
    • Ermitteln des Hilfebedarfs und des bereits bestehenden Hilfesystems

    Kontakt
    Wenn Sie Interesse an einem Workshop, einer Fortbildung oder einer Beratung haben, rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine Email. Die Angebote der Beratungsstelle Berlin sind kostenlos und allgemein zugänglich.